Meer bei Asilah

TAGEBUCH
Marokko Atlantikkueste
rot: Unsere Strecke
Do 06.02.2020 

Heute schlafen wir auf dem Parkplatz beim Zoll des Hafens Tanger Med erst einmal richtig aus. Nach dem Frühstück ziehen wir am Geldautomaten marokkanische Dirham, damit wir die Straßenmaut und erste Einkäufe tätigen können.
Wir wollen heute bis Asilah und uns dort nochmals mit Ulli, Gerd und Maria treffen. Die Fahrt dorthin ist allerdings mit kleinen Unwägbarkeiten gespickt, da die Pumpe zum Umpumpen des Dieselkraftstoffes von Tank 2 nach Tank 1 ausfällt. Nach einer Schrauber-Einlage geht aber alles nochmals gut, wir können an der nächsten Tankstelle den Fahrtank füllen und ohne weitere Probleme nach Tanger fahren. Im dortigen Marjane-Einkaufs-Center besorgen wir uns 2 SIM-Karten und erledigen kleine Einkäufe, bevor wir dann auf der schönen Landstraße Richtung Süden nach Asilah fahren. Das Wetter hatten wir uns hier in Marokko besser vorgestellt. Kühler Wind und wolkenverhangener Himmel gefallen uns wirklich nicht!
An unserem Stellplatz wollen wir die Gründe des Pumpenausfalles noch genauer untersuchen. So ist der Nachmittag mit Schrauben verplant, bevor uns noch Rudi besucht. Rudi hatten wir im letzten Jahr in der Erg Chebbi kennengelernt .
Fr 07.02.2020
Zur Weiterfahrt gen Süden wählen wir die Autobahn und nehmen die fälligen Mautgebühren in Kauf. So kommen wir jedenfalls schneller in die wärmeren Zonen, zumal wir bereits letztes Jahr die meisten Küstenorte auf der Strecke ansteuerten. Nach fast 270km erreichen wir den Ort Mohammedia und checken dort im kleinen Camping Sidi ein. Im letzten Jahr standen wir für 2 Nächte im zweiten Platz dieses Ortes. Ein schöner Spaziergang zum Meer und entlang der Küste schließt den heutigen Tag ab. 
Sa 08.02.2020 Wir konnten das Internet ausgiebig nutzen und einige Anpassungen und Eingaben hochladen. Trotz allem entscheiden wir uns, heute weiterzufahren. Als erstes Ziel peilen wir die Hassan II Moschee in Casablanca an. Wir hatten dieses beeindruckende Gebäude mit dem 200m hohen Minarett letztes Jahr schon von außen besichtigt, diesmal buchen wir jedoch die Führung um 15:00h. Bis dahin gehen wir Sardinen essen und schauen bei Humphrey Bogarts Rick's Cafe vorbei … Nach der Führung kämpfen wir uns aus dem zugeparkten Stellplatz bei der Moschee und fahren im Feierabendverkehr auf der zwar breiten, aber mit unzähligen Toppes gespickten Ausfallstraße nach Süden. Nach dem Verlassen der Stadt biegen wir auf die schmale Küstenstraße ab und erreichen gegen 18:30h Azzemmour. Hier finden wir wieder einen Stellplatz direkt an der alten Lehm-Stadtmauer und hoffen doch sehr, dass die Nacht etwas ruhiger ist, als bei unserem letzten Besuch.
So 09.02.2020
Leise war die Nacht wirklich nicht. Immer wieder brauste ein LKW an unserem Standplatz vorbei. Aber alles in allem konnten wir schon schlafen. Kaufe in einem der kleinen Geschäfte 2 Baguette um umgerechnet € 0,20 zum Frühstück.
Nach einem Spaziergang entlang der Stadtmauer hinunter auf die Flußseite mit der schönen Aussicht auf den träge dahinfließenden Qued Oum Rbia und einem Suchlauf durch die Gassen der Medina (Tipp: immer ein Navi mitnehmen !) packen wir und fahren weiter. Schon nach etwa 3km sehen wir zur Rechten einen wunderschönen Stellplatz unmittelbar am Meer …
Wir wählen die schmalen Nebenstraßen immer am Meer entlang, umfahren die Stadt El Jadida und steuern in Qualidia den uns bereits aus 2019 bekannten Stellplatz an. Hier können wir entspannen, in der Sonne liegen, den kurzen Weg zum Strand nehmen – einzig der stetige Wind stört etwas.
Mo 10.02.2020 Die weitere Fahrt nach Süden führt uns weiter durch fruchtbares Ackerland entlang der Küste. Immer wieder eröffnen sich über die steilen Klippen herrliche Ausblicke auf das tosende Meer. Man kann sich fast nicht daran sattsehen. Die Stadt Safi mit der riesigen Hafenanlage wollten wir eigentlich nicht erneut ansteuern, machen bei der Durchfahrt auf der breiten Straße aber doch einen Einkaufs-Halt bei Marjane. Auf der durch grüne Landschaften, über Berg und Tal führenden schmalen Straße kommen wir bald nach Soira. Weiter Strand, Sonnenschein, schöner Stellplatz – alles da. Doch auch hier weht ein kühler Wind vom Meer, der einen Aufenthalt außerhalb des Wohnmobils unangenehm werden lässt. So fahren wir nach der Mittagspause einfach weiter, biegen jedoch nach einer Brückenbaustelle links ab und kommen so in den Genuss einer neuen, breiten Straße durch die Berge ohne Verkehr! Das abwechslungsreiche Küstenhinterland zu durchfahren, war eine gute Idee. Auf der Nationalstraße erreichen wir gegen 16:45h den kleinen Ort Ounara, dessen Campingplatz Palmiers uns wärmstens empfohlen wurde.
Di 11.02.2020 Kurz entschlossen beschließen wir den heutigen Dienstag zum Ruhetag! So haben wir ausreichend Zeit, uns mal um die kleinen Dinge zu kümmern und auch Strom und Internet des Platzes zu nutzen. Ein kleiner Rundgang über den Markt und vorbei an den vielen Garagen-Geschäften rundet unser Bild von diesem Ort ab.
In der Hoffnung, morgen in Agadir Ersatz für die defekte Dieselpumpe (zum Umpumpen des Diesels von Tank 2 nach Tank 1) zu erhalten, bauen wir die Pumpe mühsam aus und erhalten so die Informationen über den Hersteller und die Artikelnummer. Vielleicht hilft uns das dann weiter! Wenn nicht,
ist das auch nicht allzu schlimm. Wir werden dann den einen Dieseltank häufiger füllen müssen ...
Mi 12.02.2020 Heute geht es durch das Hinterland weiter nach Agadir. Das fruchtbare Ackerland wandelt sich langsam in eine Steppenlandschaft, teilweise mit den Arganie-Bäumen bewachsen. Aus deren Früchten wird das teure Arganöl meist in den entlang der Straße zu sehenden Cooperativen hergestellt und auch von vielen Verkäufern am Straßenrand angeboten. Die Nebenstraße mündet bald in die N1, die sich ebenso durch Berg und Tal windet.
In Agadir steuern wir direkt die Mercedes-Verkaufsniederlassung an. Dort bekommen wir den wichtigen Tipp, zu CICA, Av. Al Mouquaouama, zu fahren. Und in der Tat: wir haben eine neue Pumpe! Als heutigen Nachtplatz bleiben wir aufgrund einer Empfehlung im Reisehandbuch nach einem kleinen Einkauf auf dem riesigen Parkplatz von Marjane stehen. Als wir nach dem Geschäftsschluss des Supermarktes gegen 22:30h jedoch einen Blick nach draußen werfen, stellen wir fest, dass wir da einzige Fahrzeug hier sind. Alle anderen Wohnmobile sind weg! Wir entscheiden uns, hier stehen zu bleiben, auch wenn immer wieder erzählt wird, dass Fahrzeuge auch in der Nacht weggeschickt wurden.
Do 13.02.2020 Wir wurden nicht weggeschickt! Die ersten Wohnmobile fahren schon wieder auf den Platz, als wir weiter in Richtung Süden starten. Durch breite Prachtstraßen mit vielen Kreisverkehren geht es kilometerlang stadtauswärts. Alles ist beflaggt und Militär und Polizei sind an den Straßenkreuzungen und entlang der Straßen über präsentiert. Wir vermuten, dass der marokkanische König der Stadt einen Besuch abstattet. Unsere Fahrt wird durch diese Sicherungsmaßnahmen jedoch nicht beeinträchtigt, wir werden immer durchgewunken und erhalten teilweise auch zustimmendes Kopfnicken.
Wir nehmen die Abfahrt nach Sidi Wassay und fahren die 13km in Richtung Meer. Der Campingplatz liegt direkt am Meer und bietet, obwohl gut besucht, zur Mittagszeit noch schöne freie Plätze. Jetzt ist genügend Zeit für Sonnenbaden, relaxen und schrauben. Ob die Pumpenmontage erfolgreich war, werden wir die nächsten Tage testen.
Fr 14.02.2020 Valentinstag! Der wird hier in Marokko wohl gefeiert. In den Supermärkten sind extra Stände aufgebaut, in denen Blumen und auch Süßigkeiten und Kuchen angeboten werden. Wir verlassen Wassay beach Camping und fahren zurück nach Agbalou und dann auf den engen, ausgefransten einspurigen Teerstraße weiter an der Küste entlang. Später wird die dann schnurgerade verlaufende Straße besser; gut wird sie dann aber erst kurz vor Mirleft. Wir passieren Legzira und Aglou und kommen gegen 13:30h in Sidi Ifni an. Hier haben wir die Wahl unter mehreren Plätzen und entscheiden uns für Camp El Barco direkt am Meer und finden sogar noch ein Plätzchen in der ersten Reihe. Hinter dem Strand und dem Camp befindet sich eine steile Wand, auf der einige Hotels thronen. Bedingt durch diese steile Wand wird uns die Sonne morgen wohl etwas später erreichen ...
Sa 15.02.2020 .Uns gefällt es hier – und so bleiben wir einfach stehen! Es ist leicht bewölkt und diesig, aber warm. So können wir unseren Lieblingsbeschäftigungen ungestört nachgehen: Lesen, Relaxen, am Strand spazieren und – Schrauben! Komischerweise pumpt unser neues Teil beim Fahren Diesel, obwohl der Elektroschalter auf 'off' steht (???). Das muss ja einen Grund haben …
Rudi kommt uns wieder besuchen. Gemeinsam spazieren wir durch die Stadt oben am Berg, schlendern über den Markt, bei dem es wirklich alles zu kaufen gibt. Zum Abschluss gehen wir in einem der vielen Straßenrestaurants Fisch essen und bezahlen dann für 3 Mahlzeiten etwa 7 € und für die große Flasche Wasser nochmals einen Euro mehr. Billiger kann man wohl nicht essen – und es hat geschmeckt!
So 16.02.2020 Bedingt durch den Berghang hinter uns erreicht uns die Sonne tatsächlich erst um 11:00h. In Marokko haben wir momentan die selbe Uhrzeit wie in Deutschland mit der Folge, dass durch die geographische Lage des Landes die Sonne ihren Höchststand etwa 75 Minuten später erreicht. Durch die südlichere Lage des Landes ist jedoch die Tageszeit länger ...
Da es am Unimog heute nichts zu Schrauben gibt, nehmen wir uns das Wasserleck bei Rudi vor. Nach längerer Suche können wir die Ursache fixieren und natürlich auch beheben. Gerade rechtzeitig, bevor Tanja und Jürgen auf dem Campground einfahren. Da gibt es jetzt viel zu erzählen! Sie waren im Hohen Atlas und hatten reichlich Schnee! Gemeinsam gehen wir hoch in die Stadt und nochmals bei Haschid's Straßenrestaurant essen.