Hafen von Tarifa

TAGEBUCH
ANDALUSIEN Gibraltar Teil1
rot: Unsere Strecke
Sa 29.02.2020 

Nach knapp einstündiger Fahrt erreichen wir kurz nach 15:00h schon Tarifa, Spanien!
Am Wege liegt die erste Einkaufsmöglichkeit: Lidl Tarifa. Wir decken uns mit benötigten Lebensmitteln ein, steuern den uns für die erste Nacht empfohlenen Wiesen-Stellplatz an der Straße Richtung Vejer an und stellen uns zu Jutta+Lothar und Mini+Gerhard, die schon vor uns hier ankamen. Wegen des kühlen Wetters und dem kräftigen Wind verkürzt sich die gemeinsame Zeit zwischen den Mobilen …
So 01.03.2020 

Die Wolken hängen tief in den Bergen und es bläst ein kalter Wind. Trotzdem machen wir uns auf den Weg, den Felsen von Gibraltar zu besuchen. Dazu fahren wir die wenigen Kilometer von unserem Wiesenstellplatz zurück in Richtung Tarifa und auf der bestens ausgebauten Straße über die Berge weiter nach Algeciras und San Roque. Das Wetter hat sich gewandelt und die Sonne scheint vom tiefblauen Himmel. Immer weiter auf dieser teils 4spurigen Straße erreichen wir die Grenze zu Gibraltar. Hier heißt es dann Warten. Warum erfahren wir erst einige Zeit später: 2 Flugzeuge sind gestartet bzw. gelandet und die über das Rollfeld führende Zufahrtsstraße wurde auch Sicherheitsgründen gesperrt!
In der Stadt selbst finden wir keinen Parkplatz und plagen uns deshalb erfolglos in den teils engen und winkligen Straßen ab. Die zu sehenden Parkmöglichkeiten sind überwiegend für die Anwohner reserviert – oder zu eng für unser Wohnmobil. Wir hatten jedoch von einem Stellplatz draußen an der Catalan Bay gehört, von dem aus eine Buslinie zur Stadt und der Seilbahnstation führt. Gesagt getan: wir parken dort (kostenlos) und fahren als Senioren mit 2 Tagestickets vergünstigt zur Seilbahnstation. Von dort geht es hinauf auf die Aussichtsplattform des Gibraltarfelsens. Herrliche Aussicht auf die unten liegende Stadt und die Meeresbucht sowie die oberhalb der Aussichtsplattform liegende Felsenspitze. Wegen der wild umherlaufenden Affen ist jedoch eine gewisse Vorsicht geboten!
Wieder unten angekommen bummeln wir durch die engen Gassen und nehmen dann den Bus zurück zum Parkplatz. Die Fahrt entlang der Südküste führt uns durch ein Tunnel und hinaus zum Europa Point mit dem dortigen Leuchtturm.
Bei mäßigem Verkehr fahren wir wieder zurück und verbringen eine weitere Nacht auf dem Wiesenstellplatz direkt neben einem weiteren Unimog saarländischer Freunde.
Mo 02.03.2020 
In der Nacht hat es ein wenig geregnet und der Wind bläst kräftig vom nahen Meer. Da freuen sich die vielen Windsurfer und Kiter besonders!
Nach dem doch anstrengenden gestrigen Tag, der liegengebliebenen 'Büroarbeit' (Bilder, homepage, emails udgl.) und der Notwendigkeit eines Wäschetages wollen wir heute nicht groß weiterfahren und steuern den uns von Rudi empfohlenen, nur 2km entfernten Campingplatz 'Camping Tarifa' an. Hier kommt unsere auf der CMT-Messe erworbene 'CampingCard ACSI' erstmals zum Einsatz und erspart uns Platzgebühren in Höhe von rund €10,00. Bei der Höhe der hiesigen Platzgebühren eine feine Sache!
Das Wetter bessert sich zusehends und die Sonne drückt sich immer wieder durch die Wolken. So können wir uns noch am Strand aufhalten.
Di 03.03.2020
Wir machen das Mobil startklar und verlassen den Campingplatz in Richtung Norden. Die Route führt über Berge und durch weite Täler, in denen wegen des hohen Grundwasserspiegels sogar Reis angebaut wird. Tagesziel ist Vejer, die weiße Stadt am Berg. Wir nehmen die zweite Ausfahrt von der sehr gut ausgebauten Landstraße, passieren mehrere Kreisverkehre und machen uns dann an die Bergstrecke hinauf zum Ort. Gleich am Ortseingang befindet sich die Touristen-Information und ein großer Parkplatz. Dort treffen wir Manuel, der hier täglich auch deutschsprachige Stadtführungen durchführt. Einen Link auf seine homepage fügen wir unserer Link-Seite bei. Zusammen mit Brigitte+Walter, einem weiteren Paar, machen wir uns dann gemeinsam auf zur Erkundung der Stadt. Manuels Ausführungen sind kurzweilig und interessant. Auch die Verkostung der andalusischen Spezialität Salmorejo ist Teil seines Programmes.
Nach der Kaffeepause brechen wir zur Fahrt nach Cadiz auf. Dort finden wir in der Stadt einen Parkplatz im Zentrum und haben so die Möglichkeit einer 90minütigen Stadt-Schnell-Kennenlern-Runde! Hier fallen uns besonders die langen, engen Einbahn-Gassen auf, durch die trotz fehlender Parkplätze viele Autos fahren, sowie die wohl Jahrhunderte alten ausladenden Ficus-Bäume auf.
Zum Schlafen fahren wir zurück ans Meer.
Mi 04.03.2020
Nach Jerez, der Sherry-Stadt sind es nur rund 40km. Dort stellen wir das Auto auf einem großen Parkplatz ab und machen uns zu Fuß auf in die Stadt. Die Straßen im Zentrum sind quirlig, überall Leute, sie stehen in der Schlange vor den ATM-Geldautomaten, sitzen in den Straßenrestaurants und am Plaza del Arenal findet sogar eine kleine Demonstration statt. Wir holen uns Informationen am i-Punkt, besuchen das Schloß Alcázar und danach die Markthalle, essen Tapas in einem Straßenrestaurant, verkosten den ersten Sherry und begeben uns zum Tio Pepe Besucherzentrum für eine Führung mit anschließender Verkostung. So verfliegt der heutige Tag im Nu und wir kehren nach einem 16km Fußmarsch müde – ohne alles gesehen zu haben – zum Mobil zurück.
Do 05.03.2020
Eine dicke Nebelschicht liegt über dem Land. Über die Autobahn erreichen wir schnell Sevilla. Obwohl sich kurz vor der Stadt der Nebel etwas lichtet, kommt die Sonne heute wegen der dicken Wolkendecke erst am Nachmittag durch. Wir steuern einen Stellplatz im Hafengelände an, von dem aus wir die Innenstadt fußläufig erreichen können. Das gestrige Laufpensum verfehlen wir heute zwar mit 'nur' 13km, aber unsere Besichtigungstour hat es ebenso in sich. Wir starten im Parque Maria Luisa, bestaunen den Plaza de España, das Schloß Reales Alcázares und die Cathedral Santa Maria de la Sede mit dem Glockenturm Giralda sehen wir nur von außen, streifen durch den Barrio de Santa Cruz, genießen bei Churripapa Schokolade mit Churros, kommen an der La Real Maestranza, der Stierkampfarena aus dem 18. Jahrhundert vorbei, spazieren entlang dem Rio Guadalquivir, vorbei am Torre del Oro und gönnen uns zuletzt noch einen sundowner an der Iguana-Bar, bevor wir müde zum Wohnmobil zurückkehren.
Warum wir so viele Sehenswürdigkeiten nur von außen betrachten? Auf unserer Kennenlern-Tour durch die Stadt entscheiden wir sehr spontan, dass ein-oder-zwei Besichtigungstage für Sevilla einfach zu kurz sind! Wir werden deshalb im Rahmen einer Städtetour wiederkommen und uns alles in Ruhe ansehen. So können wir morgen auch unsere Reise ohne schlechtes Gewissen fortsetzen. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit dieser tollen Stadt!
Fr 06.03.2020
Da unser Parkticket nur für 24 Stunden gilt, verlassen wir den städtischen Stellplatz, der über Strom und Frischwasser sowie Entsorgungseinrichtungen verfügt, bereits um 10:00h. Wir suchen den besten Weg zur Autobahn in Richtung Cordoba und verlassen diese dann nach etwa 40km. Hier finden wir zufällig auch eine supergünstige Tankstelle, bei der der Diesel um 1,079€ zu haben ist. Über das weite Land mit bestellten Feldern, Oliven-, Mandarinen- und blühenden Mandelbaumkulturen führt die durchweg gute Straße bis zum Stausee Breña. Hier finden wir einen sonnigen Platz mit herrlicher Aussicht auf den Stausee. Im nahen Restaurant gibt es dazu leckeres Essen. Und internet obendrein.
Sa 07.03.2020
Nach nur knapp 30km erreichen wir schon Cordoba. Für uns wird Cordoba die Stadt der roten Ampeln! Brigitte hat uns den Parkplatz am Zoo ausgesucht. Hier treffen wir uns auch mit Christa und Wolfgang, die einige Tage Urlaub in und um Malaga verbringen. Gemeinsam streifen wir durch die Stadt und besichtigen vor allem La Mezquita, die Moschee-Kathedrale! Man kann sich fast nicht sattsehen an der rot-weißen Bogenkonstruktion dieses Wunderwerkes. Nach der Rückeroberung der Stadt durch die Christen im Jahr 1236 wurde die Kathedrale im 16. Jahrhundert in die zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert erbaute und immer wieder vergrößerten Moschee hineingebaut. Eine großartige Verbindung islamisch-maurischer und christlicher Elemente.
Auch das ehemalige Judenviertel lassen wir bei unserer Besichtigung nicht aus. Den Besuch in Cordoba beschließen wir mit leckeren andalusischen Spezialitäten im 'San Luis'.
So 08.03.2020
Heute wollen wir uns mit Christa und Wolfgang in Malaga treffen. Wir starten deshalb kurz nach 9:00h zu der 165km langen Fahrt über die kostenfreie Autobahn, brauchen dann in Malaga allerdings über eine Stunde, um im Straßengewirr der Stadt einen zentrumsnahen Parkplatz zu finden. Von hier kommen wir in nur 15 Minuten zur Ferienwohnung der beiden und brechen kurz darauf zur Stadtbesichtigung auf. Die über der Stadt thronende Burganlage Alcazaba, der am heutigen Sonntag von vielen besuchte Hafen mit den vielen gut besuchten Cafés und dem dominanten Leuchtturm sowie das Picasso-Museum sind die wichtigsten Ziele, da die Kathedrale heute nicht mehr besucht werden kann. Nach dem Abendessen bei 'Pimpi' lassen wir den Tag mit einem Fläschchen Roten ausklingen und machen uns zu Fuß wieder auf den Heimweg.
Mo 09.03.2020
Mit dem Mietwagen von Christa und Wolfgang fahren wir über die Autobahn nach Granada. Die Fahrtroute zur Alhambra ist gut ausgeschildert. Auch wenn heute das Museum geschlossen ist, lohnt sich der Besuch dieser großartigen Anlage. Nach dem Besuch der herrlichen Gartenanlagen machen wir uns auf den Weg zur Alcazaba, dem ältesten Teil der Alhambra auf der Spitze des Burghügels. Von hier aus überblicken wir die ganze Stadt und haben einen freien Blick auf die Schneeberge der Sierra Nevada. In die Nasridenpaläste werden wir laut unserem Ticket ab 15:00h (mehrfach kontrolliert) eingelassen. Diese entstanden überwiegend im 14. Jahrhundert und erlauben einen guten Einblick in die Regierungs- und Wohnräume der Nasridenherrscher. Erwähnenswert sind der Empfangsraum Mexuar, von dort gelangt man in den Patio de los Arrayanes, den Myrtenhof und weiter in den Thronsaal. Um den Löwenhof mit dem Löwenbrunnen gruppiert sich der Harem, der den Frauen und Konkubinen sowie deren Kinder vorbehalten war.
Zurück in Malaga kehren wir bei 'La Tomasa' ein und genießen erneut verschiedene andalusische Spezialitäten, serviert von italienischem und cubanischem Personal, bevor wir uns auf den Fußmarsch zum Wohnmobil machen. Dort treffen wir noch unsere in Malaga wohnenden argentinischen Stellplatznachbarn Maria und Andres, mit denen wir uns noch gerne austauschen.
Di 10.03.2020
Am letzten Tag mit Christa und Wolfgang wollen wir uns nochmals in Malaga umsehen. Der erste Weg führt zur Kathedrale, die wegen des nicht fertig gestellten zweiten Turmes im Volksmund 'La Manquita', die Einarmige genannt wird. Das geschnitzte Chorgestühl und die Säulenkonstruktion gefallen dabei am besten. Über Picassos Geburtshaus erreichen wir die Markthalle, die wie überall von Angeboten aller Art überquillt. Die gegrillten Gambas am Spieß schmecken uns im engen Straßenverkaufsstand am besten! Auf dem Weg zurück zur Wohnung besorgen wir uns in einer Konditorei eine kleine Auswahl von den köstlichen andalusischen Backwaren, die wir zur Kaffeepause genießen. Ein Spaziergang zur 'Playa de la Malagueta', dem städtischen Strand Malagas rundet das Besuchsprogramm ab. Für den Abend haben wir uns einen Tisch bei 'La Barra de Zapata' reservieren lassen. In diesem kleinen Lokal werden andalusische Spezialitäten zum Kunstwerk und gleichzeitig zum kulinarischen Höhepunkt unserer Tage in Malaga!
Wir verabschieden uns noch von Christa und Wolfgang, die morgen nach sonnigen und erlebnisreichen Tagen in Andalusien wieder heimfliegen müssen. Wir aber dürfen unsere tolle Reise fortsetzen!!.